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Freizeit

Der Brixenpark – ein Sport-, Spiel- und Freizeitparadies für alle

von Johann Brandl
08. Juni 2026

Ob Matschspielplatz für die Kleinen oder Dirtpark und Urban Gardening für die Größeren – der Brixenpark vereint Sport, Natur und Familie. Autor Johann Brandl erkundet das ehemalige Kasernengelände bei einem ehrlichen Rundgang und zeigt, wo Kinder im Viertel die spannendsten Abenteuer erleben.

Der Brixenpark in Regensburg ist wohl die sportlich interessanteste Grünfläche im Stadtgebiet. Er ist ein lebendiger Treffpunkt, ein Ort der Bewegung, der Begegnung und der Erholung – und das für Menschen jeden Alters. An allen Tagen des Jahres ist der Park fest in der Hand von Spaziergängern, Sportlern, Familien, Kindern und Jugendlichen. Ob mit oder ohne Hund, mit Kinderwagen, Fahrrad oder einfach zu Fuß: Der Brixenpark bietet Raum für alle Bedürfnisse und Interessen.

Was heute als weitläufiges Freizeitareal begeistert, war einst Teil der ehemaligen Nibelungenkaserne. Von den ursprünglich rund 35 Hektar großen Fläche wurden etwa 13 Hektar – das entspricht beeindruckenden 130.000 Quadratmetern – in Grün- Freizeit- und Sportflächen umgewandelt. Diese Entwicklung stellt für die Stadt Regensburg und ihre Bewohner:innen einen echten Glücksfall dar, denn eine neue zusammenhängende Parkfläche in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum zu schaffen gelingt heute nur noch sehr selten. Gerade im Regensburger Südosten fehlten seit Jahrzehnten hochwertige Grün- und Freizeitflächen und tun es m.E. noch heute.

Die Umgestaltung erfolgte über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren und ging einher mit der Entwicklung eines völlig neuen Stadtquartiers. Neben Bildungseinrichtungen wie FOS/BOS, RUBINA, Universität und OTH entstanden Start-ups, etablierte Unternehmen sowie hunderte neue Wohnungen freifinanziert und mit Sozialbindung. Mit diesem Wachstum ging selbstverständlich auch der Bedarf an Kinderbetreuungseinrichtungen sowie an Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten einher – und dies sowohl für die neuen Bewohner als auch für die gesamte Stadtbevölkerung. Der Brixenpark erfüllt diese Anforderungen in idealer Weise.

Erfreulich ist, dass an vielen Stellen der ursprüngliche Baumbestand aus Kasernenzeiten erhalten wurde. Das gilt leider nicht für die Gebäude, die bis auf zwei alle der Spitzhacke zum Opfer fielen. Alte Bäume spenden Schatten, sorgen für ein angenehmes Mikroklima und verleihen dem Park einen gewachsenen, natürlichen Charakter. Darüber hinaus gibt es noch einige unbebaute Flächen, auf denen sich die Natur in den vergangenen Jahrzehnten ihren Raum zurückerobert hat. Hier lassen sich mit etwas Glück Hasen, Greifvögel, seltene Vogelarten und sogar Fledermäuse beobachten. Auch die Insektenwelt ist vielfältig vertreten, was den Park zusätzlich ökologisch wertvoll macht so lange diese Flächen nicht auch „verbraucht“ werden.

Die gute Anbindung zum öffentlichen Nahverkehr mit zahlreichen Buslinien macht den Brixenpark für alle gut erreichbar. Ein kleiner Wermutstropfen ist allerdings das Fehlen durchgehend verfügbarer öffentlicher Toiletten. Diese sind derzeit nur in den Jugend- und Begegnungszentren während deren Öffnungszeiten – mit Einschränkungen - nutzbar.

Eine Besonderheit des Parks ist seine ungewöhnliche Form die auch der alten Kasernenstruktur geschuldet ist. Er erstreckt sich in Ost-West-Richtung und gliedert sich in drei große „Finger“, die sich zwischen Wohn-, Gewerbe- und Kultureinrichtungen des Quartiers ausbreiten. Jeder dieser Bereiche hat seinen eigenen Charakter und bietet unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten.

Der östliche Finger des Brixenparks

Der nördliche „Ost-Finger“ ist vor allem ein Paradies für Jugendliche und sportlich Aktive. Hier befindet sich seit vielen Jahren das Jugendzentrum ARENA, das als zentrale Anlaufstelle für junge Menschen im Quartier dient. Die Öffnungszeiten könnten allerdings besser an die Bedürfnisse der Schüler und Schülerinnen angepasst sein. Das ARENA Areal bietet ein breites Spektrum an Indoor- und Outdoor-Aktivitäten und ist ein wichtiger sozialer Treffpunkt der Jugend. Direkt daneben liegen ein Bolzplatz, eine Boule-Anlage, ein Skaterpark sowie der Dirtpark, ein unwegsames künstlich geschaffenes Gelände mit steilen Hügeln, auf dem Radfahrer ihre Geschicklichkeit und ihren Mut unter Beweis stellen können. Die Aktiven des Skateparks gestalten alle paar Jahre das Gelände neu und bessern die ausgefahrenen Tracks aus.

Ebenfalls in diesem Bereich befindet sich seit rund zehn Jahren der Bauspielplatz der Regensburger Eltern e.V., der besonders beliebt ist. Hier können sich junge Menschen als Bauherren ausprobieren, eigene Hütten errichten und kreative Projekte umsetzen. Unter fachlicher Aufsicht lernen sie ganz praktisch den Umgang mit Werkzeugen wie Säge, Hammer und Nägeln. Gerade in einem Stadtteil mit hohem Migrationsanteil bietet dieser Ort oft den ersten Zugang zu handwerklichen Fähigkeiten. Gleichzeitig werden soziale Kompetenzen gestärkt und die Sprachentwicklung gefördert. Schulen wie die Pestalozzi-Mittelschule nutzen das Gelände für Unterricht im Freien (Draußen Klasse), und in den Ferienzeiten werden zusätzliche Öffnungszeiten und Kurse angeboten.

Grüne Fuß- und Radwege führen in die weiteren westlichen Bereiche des Brixenparks. Besonders hervorzuheben sind die Urban-Gardening-Flächen, die allen Interessierten offenstehen. Die Stadt stellt eingezäunte Parzellen sowie Wasser während der Vegetationszeit zur Verfügung. Was angebaut und geerntet wird, liegt ganz in den Händen der Gärtnerinnen und Gärtner. Zwischen den Beeten finden sich Ruhebänke, Grillstellen und Freiflächen, die individuell genutzt werden können. Auch Hundebesitzer haben in diesem Teil des Parks ihre festen Treffpunkte gefunden.

Der mittlere Finger des Brixenparks

Der mittlere „Finger“ des Parks verbindet sportliche Aktivitäten mit familienfreundlichen Angeboten. Am östlichen Rand befinden sich die Außensportflächen sowie die Turnhalle der FOS/BOS, die auch von Vereinen genutzt werden kann. Westlich der Fort-Skelly-Straße gibt es ein eingezäuntes Areal, in dem Hunde frei laufen und spielen können.

Ein besonderes Highlight ist der preisgekrönte Drachenspielplatz. Er ist der erste vollständig inklusive Spielplatz der Stadt Regensburg und bietet Kindern mit und ohne Einschränkungen gleichermaßen vielfältige Spielmöglichkeiten. Ob Klettern, Schaukeln, Springen oder Tischtennis – hier kommt jedes Kind auf seine Kosten. Dank schützender Fallschutzplatten und weicher Materialien ist das Spielen besonders sicher. Viele Spielgeräte sind fantasievoll gestaltet und erinnern an Märchenwelten, was nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene begeistert.

Der Weg führt weiter zu einem Wasser- und Sandspielplatz, der vor allem an warmen Tagen ein beliebter Treffpunkt ist. Es folgen verschiedene Klettergerüste, die sowohl für kleinere als auch größere Abenteurer geeignet sind. Ergänzt wird das Angebot durch Boulderbereiche, einen Parcours, einen Fitness Trail sowie ein riesiges Holzdeck, das zum Verweilen einlädt.

Auch für sportlich ambitionierte Erwachsene gibt es hier zahlreiche Möglichkeiten: Beachvolleyballfelder, ein Basketballplatz auf Hartbelag, der vielseitig nutzbar ist, sowie zwei gepflegte Bouleplätze, die das Angebot abrunden.

Der südliche Finger des Brixenparks

Der südliche dritte „Finger“ des Brixenparks hebt sich durch seine ruhige und naturnahe Atmosphäre hervor. Der alte Baumbestand lädt zu entspannten Spaziergängen ein, und ein Picknickplatz bietet Raum für gemeinsame Stunden im Grünen. Ein besonderer Blickfang ist der Waldsteg, der durch diesen Bereich führt und ein intensives Naturerlebnis ermöglicht. Dieser Teil des Parks schließt direkt an die Humboldtstraße an, wo sich ein weiteres Begegnungszentrum befindet. Hier stehen Erwachsenen und Jugendlichen zahlreiche Freizeitangebote zur Verfügung – außerdem gibt es städtische Beratungs- und Betreuungsstellen, alles kostengünstig oder sogar kostenlos.

Insgesamt zeigt sich der Brixenpark als gelungenes Beispiel moderner Stadtentwicklung. Er vereint Natur, Sport, Spiel und soziale Begegnung auf einzigartige Weise und trägt maßgeblich zur Lebensqualität in Regensburg bei. Trotz kleinerer Verbesserungsmöglichkeiten – wie etwa der Ausbau der sanitären Infrastruktur – ist der Park heute schon ein Ort, der für viele Menschen unverzichtbar geworden ist. Ein echter Gewinn für die Stadt und ein Raum, der täglich aufs Neue belebt wird.

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