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Aus unseren Einrichtungen

Wege gegen den Fachkräftemangel: Das Assistenzkraft-Modell

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von Melanie Heinz und Teresa Kutzner
25. März 2026

Wie gelingt der berufsbegleitende Einstieg in die Pädagogik? Wir haben mit vier Kolleginnen über ihre Erfahrungen mit der modularen Qualifizierung bei den Regensburger Eltern gesprochen. Ein Einblick in heterogene Teams, in denen Herzblut und Fachwissen Hand in Hand gehen.

Der Fachkräftemangel in der Kindertagesbetreuung ist bekannt. Um die Ausbildungszahlen anzukurbeln und die Betreuungsqualität zu sichern, wurde 2020 vom Bayerischen Staatsministerum für Familie, Arbeit und Soziales in Zusammenarbeit mit dem Institut für Frühpädagogik das sogenannte Gesamtkonzept entwickelt, in dem sich Quereinsteiger:innen stufenweise und berufsbegleitend von der Pädagogischen Assistenzkraft zur Ergänzungs- und Fachkraft weiterbilden können. Seit 2020 gib es darüber hinaus ein finanzielles Fördermodell für den Einsatz von zusätzlichen Assistenz- und Teamkräften in den Kitas.

Bei den Regensburger Eltern wird schon seit 2012  nach dem sogenannten Drittkraft-Modell gearbeitet, bei dem fachfremde Personen die Kita-Teams ergänzen. Ursprünglich war es dafür gedacht, vakante Ausbildungsplätze zu besetzen, mittlerweile hat es sich erfolgreich verstetigt. Aktuell arbeiten 7 Assistenz- und Ergänzungskräfte in unseren Teams, die sich im modularen Gesamtkonzept zur Assistenzkraft oder Ergänzungskraft weitergebildet haben. Wir haben mit Sabine, Ruta, Sandra und Michele gesprochen, die ursprünglich aus komplett anderen Berufen kommen. Sie waren vorher in der Versicherungsbranche, im Einzelhandel, als Store Managerin oder Hotelfachfrau tätig.

Warum eine pädagogische Qualifikation?

Der Grund, warum sich unsere Mitarbeiterinnen zum Quereinstieg im pädagogischen Bereich entschieden haben, ist ähnlich. Alle hatten den Wunsch im sozialen Bereich zu arbeiten und einer wichtigen, sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen, bei der man gebraucht wird. Die Arbeit mit den Kindern macht viel Spaß und es sind die Kleinigkeiten im Alltag, die Begleitung in der Entwicklung der kleinen Menschen, die Begeisterung und das Staunen, dass den Einsatz jeden Tag wieder zu etwas besonderem macht. Für Sandra ist es „das Glänzen und Strahlen in den Augen“ der Kleinen, das ihr immer wieder zeigt, den richtigen Weg gegangen zu sein.

Was ist das besondere an der Modularen Qualifikation?

Das besondere an der Modularen Qualifikation ist, dass sie berufsbegleitend stattfindet und die Teilnehmer:innen in der Regel schon einen anderen beruflichen Hintergrund und viel Arbeits- und Lebenserfahrung mitbringen. Anders als in der klassischen Ausbildung gibt es keine strukturellen Vorgaben für die Praxisausbildung, d.h. die Verantwortung für die Umsetzung der Lerninhalte in der Praxis und die Sicherstellung der Qualität liegt bei den bestehenden Teammitgliedern. Michele beschreibt es so: „Durch die Ausbildung kann ich vieles, was ich vorher intuitiv mit den Kindern gemacht habe, jetzt fachlich begründen. Dabei hat mir der Austausch mit den Kolleginnen sehr viel gebracht und dass ich eine gute Unterstützung für das Team bin“.

Wie läuft die Arbeit in den heterogenen Teams?

Für die Teams sind die unterschiedlichen Ausbildungswege eine Bereicherung, aber auch eine große Herausforderung. Ein reger Austausch und guter Kontakt ist bei diesem Ausbildungsweg besonders wichtig. Im besten Fall profitieren beide Seiten: die Auszubildenden von der langjährigen Praxiserfahrung ihrer Kolleg:innen und die Teams von neuen pädagogischen Impulsen. Sabine war eine der ersten fachfremden Drittkräfte bei den Regensburger Eltern e.V. und hat sich mittlerweilen zur Ergänzungskraft weitergebildet. „Ich bin so auf Umwegen zu meinem Traumjob gekommen“.

Was sagt unsere Einrichtungsleitung Melanie Heinz (Krabbelstube Fidelgasse) zum Einsatz von Assistenz- und Ergänzungskräften?

Der vielzitierte Fachkräftemangel macht auch in der Krabbelstube Fidelgasse leider nicht halt. Und natürlich wäre es in einer perfekten Welt wünschenswert, wenn sich nur hochqualifizierte Fachkräfte um die Kleinsten kümmern. Da dies aber leider unrealistisch ist, haben wir uns schon seit vielen Jahren mit der Anstellung von fachfremden Mitarbeiterinnen beschäftigt. In meiner vorherigen Arbeitsstelle – einem Netz für Kinder – gehörte es zum pädagogischen Konzept, dass sich Eltern durch ihre Mitarbeit im Alltag beteiligen. Natürlich waren die Erfahrungen dort ehrlicherweise unterschiedlich, denn nicht jeder Mensch hat von Natur aus Freude daran, eine Gruppe von Kleinkindern zu betreuen. Was ich aber auf jeden Fall beobachten konnte ist, dass viele Mütter nach der Elternzeit nicht mehr zurück in den oft eintönigen Bürojob möchten und Freude an einer Tätigkeit mit Sinn gefunden haben. Das sog. Assistenzkraftmodell hat meiner Meinung nach eine gute Möglichkeit für diese Personen geschaffen. Neben der großen Begeisterung, ein- bis dreijährige Kinder auf ihren ersten Schritten ohne Mama und Papa zu begleiten, bekommen Interessierte dort noch die theoretischen Grundlagen vermittelt.

Und wie sieht es mit der Betreuungsqualität aus?

Das immer noch nicht ganz ausgeräumte Vorurteil, dass die Erzieher:innen nur Kaffee trinken und spielen, wird für viele Assistenzkräfte schon nach wenigen Tagen in der Kita revidiert. Denn oft hat man schon vier Kinder getröstet, bevor man überhaupt den ersten Schluck Kaffee hatte. Wenn ich auf unsere Assistenzkräfte blicke, sehe ich präsente Personen, die stärker sind als jedes Spielzeug. Jemanden, der wirklich da ist für die Kinder – mit Herz, mit Blick und mit Gefühl. Und die Kinder spüren das auch.

Ich sehe, wie sie aufstehen, weil ein Kind ruft, eins sein Obst runterschmeißt und eins einfach nur kurz eine Umarmung braucht. Sie sind überall gleichzeitig – mitten im Gewusel und trotzdem bei jedem einzelnen Kind. Ich sehe, wie sie einem Kind sagen „Ich helfe dir beim Schuhe anziehen, wir schaffen das zusammen“ und gleichzeitig ein Kind trösten, das sich wehgetan hat, eines beruhigen, das seine Mama vermisst, und nebenbei noch den Brotzeittisch abwischen. Ich höre, wie sie zehnmal hintereinander „nicht beißen“ sagen, wie sie Geschichten vorlesen, obwohl sie schon heiser sind und ehrlich lachen – auch beim hundertsten „Guck mal, ich verstecke mich!“

Auch wenn unsere Assistenzkräfte keine mehrjährige Ausbildung haben, führen sie eine Tätigkeit mit Herz, Verstand, Bildung, Bindung, Sicherheit, Struktur und Nähe aus. Sie sind keine Aufpasserinnen, sondern Bezugsperson, Tränentrocknerin, Konfliktlöserin, Spielpartnerin, Vertrauensbasis und sicherer Hafen wenn Mama und Papa nicht da sind. Und das ist so viel mehr, als man mit einem Jobtitel ausdrücken kann.

Natürlich braucht es immer wieder intensive Anleitung durch die Fachkräfte und einen konstruktiven Austausch miteinander. Aber ich fühle mich sehr bereichert durch die große Freude und Motivation, die unsere Assistenzkräfte in den Alltag bringen.

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