Christian Janele setzt auf Kinder- und Jugendbeteiligung, familienfreundliche Infrastruktur und bezahlbaren Wohnraum. Sein Plan: Schulen sanieren, Kitas erweitern, sichere Wege schaffen und Freizeitangebote in allen Stadtteilen ausbauen. Familien sollen unabhängig vom Einkommen gleichberechtigt teilhaben und sich in ihrer Stadt wohlfühlen.
Deswegen möchte ich Regensburger Oberbürgermeister*in werden…
Christian Janele: Mir liegt die Zukunft unserer Stadt sehr am Herzen. Mit Engagement, Kompetenz und Vision möchte ich positiv zur Weiterentwicklung beitragen. Als Stadtrat, im meinem erfolgreichen Berufsleben und in der Gemeinnützigkeit habe ich wertvolle Erfahrungen gesammelt und gelernt, nachhaltige Lösungen zu entwickeln und erfolgreich im Team zu arbeiten.
Kinder und Jugendliche sind für mich ….
Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft: Sie bringen Freude, Gefühle und neue Perspektiven, die unsere Empathie, Kreativität und unseren gesellschaftlichen Wandel vorantreiben.
Regensburg erhielt 2022 die Auszeichnung „kinderfreundliche Kommune". Wo bzw. was ist an Regensburg aus Ihrer Sicht besonders kinderfreundlich? Und wie wollen Sie dafür sorgen, dass die Stadt diesen Titel auch in Zukunft behält?
Die Auszeichnung erhielt Regensburg, weil die Stadt klare, familienorientierte Strukturen bietet: gute Kitaplätze und Bildungsschätze, eine verlässliche Gesundheitsversorgung sowie vielfältige Freizeit- und Kulturangebote. Das Angebot ergänzt sich durch eine aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Um den Titel auch künftig zu behalten, würde ich als Oberbürgermeister eine familienfreundliche Politik führen. Dabei möchte ich die Bildung und Betreuung ausbauen, eine klimagerechte Infrastruktur schaffen und dabei eng mit Schulen, Vereinen, Sozialdiensten und Wirtschaft kooperieren.
Was ist geplant, um die Lebens- und Freizeitqualität für Kinder und Familien weiter zu steigern? Führen Sie uns gerne durch drei verschiedene Viertel. Sagen Sie uns für jeden dieser drei Stadtteile was Sie gerne umsetzen möchten, wann soll die Umsetzung geschehen und was kostet es?
Im Nordosten werde ich den Schwerpunkt auf Teilhabe von Kindern mit Migrationshintergrund setzen. Hier halte ich die Förderung von mehrsprachigen Bildungsangeboten für sehr wichtig. Auch möchte ich noch mehr auf Jugendbeteiligung setzen und entsprechende Foren entwickeln. Dabei sind Bewegungsangeboten wie Bolzplätze und Bewegungsparks für Kinder und Jugendliche wichtig. In der Altstadt und im Innenstadt-Nahbereich halte ich eine familienfreundliche Infrastruktur rund um Bildung, Freizeit und Mobilität, sowie barrierefreie Kita- und Schulzugänge mit sicheren Querungen, mehr Spiel- und Aufenthaltsflächen, längere Öffnungszeiten von Bibliotheken und Freizeiteinrichtungen für wichtig. Im Süden ist es mein Ziel eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Schule und Freizeit durch Infrastruktur zu schaffen. Auch halte ich den Neubau und die Erweiterung von Kitas mit Ganztagsangebot, zentrale Spiel- und Bolzplätze, Familienservicezentrum vor Ort für wichtig. Dies alles soll mit einer hohen Bürgerbeteiligung und den lokalen Akteuren umgesetzt werden. Dabei plane ich regelmäßige und transparente Fortschrittsberichte. Umsetzen möchte ich die Pläne in einem Zeitraum von 2026 bis 2030 und werde hierfür Kosten von ca. 35 Mio. Euro einplanen. Jedoch muss alles individuell angepasst werden.
Nur wenige gastronomische Angebote in Regensburg sind familienfreundlich. Es gibt kaum mehr Familiencafés mit Spielbereichen für Kinder, Räume ganz ohne Konsumzwang sind noch seltener und bei schlechtem Wetter bleibt wenig Angebot übrig.
Wenn Sie an einem Regentag mit Ihrem Kind in Regensburg unterwegs wären, wo würden Sie hingehen? Welche konkreten städtischen Anreize (z. B. Mietzuschüsse, Zwischennutzung, schnellere Genehmigungen) wollen Sie einführen, um solche Orte zu fördern?
Ich würde Kinderbibliotheken mit Leseecken und ruhigen Räumen, Familien- oder Jugendzentren mit Spielbereichen und betreuten Angeboten, Hallenbäder oder überdachte Bereiche von Bädern für Bewegung, Museen oder Ausstellungen mit kindgerechten Führungen/Workshops, Indoor-Spielplätze oder Spielcafés mit separierten Kinderspielbereichen, sowie Thermen oder Wellnessbereiche mit familienfreundlichen Angeboten bevorzugen.
Es sollten Anreize geschaffen werden, damit Gastronomiebetriebe vermehrt Familienangebote und Kinderecken integrieren. Denkbar sind Miet- oder Umbauzuschüsse, um Umsatzausfälle durch den Wegfall von Flächen zu kompensieren, sowie eine finanzielle Beteiligung der Stadt an Einrichtungskosten. Betriebe mit familienfreundlichen Programmen sollten Plakate mit passenden Botschaften sowie kostenfreie Social-Media-Kits nutzen können, unterstützt durch eine zentrale Kampagne der Stadt. Ein gut sichtbar an der Fassade platzierte Gütesiegel für familienfreundliche Betriebe würde zusätzliche Motivation schaffen. Ziel ist es, sichere Kinderecken und familienfreundliche Angebote zu stärken und die positive Sichtbarkeit der Gastronomie zu steigern.
Wie kann die Stadt bezahlbaren Wohnraum für Familien schaffen? Familien mit drei oder mehr Kindern finden kaum bezahlbare Wohnungen.
Wie viele familiengerechte Wohnungen (4+ Zimmer) sollen unter Ihrer Führung pro Jahr entstehen?
Was tun Sie, damit große Familien nicht aus Regensburg wegziehen müssen?
Der Kauf des Grundstücks am Keilberg wäre ein zielführender Ansatz gewesen. Hier sollte auf Erbpacht ausschließlich Wohnraum für Familien mit geringen Einkommen entstehen. Fehler wie der Erwerb eines nicht bebaubaren Biotops statt einer Baufläche—mit erheblichen finanziellen Verlusten von rund 6 Millionen—dürfen sich nicht wiederholen. Dieses Geld fehlt jetzt natürlich. Ich bringe als Immobilienprofi die passenden Hebel mit, um solche Fehlentscheidungen zu vermeiden. Nach Verdichtung bestehender Quartiere und einer frühzeitigen Genehmigung von Maßnahmen zur Familienplanung soll Mischnutzung (Wohnen, Bildung, Kitas) in der Nähe von Familieninfrastruktur gefördert werden. Zudem sollten Genossenschafts- und Community-Bauprojekte bzw. gemeinschaftliches Wohnen stärker zum Zuge kommen. Bei einer Sitzung mit der Stadtbau habe ich darauf hingewiesen, warum überwiegend kleine Wohneinheiten geplant werden. Die Antwort lautete, es gebe keinen Bedarf an große Wohnungen. Das halte ich für absolut unzutreffend und kann dem so nicht zustimmen. Aus meiner Erfahrung wissen wir, wie sich gerade große Familien auf dem Wohnungsmarkt schwertun, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Deshalb werde ich meine Planungen künftig anders ausrichten: Ich setze mich klar für eine bedarfsgerechte Planung familienfreundlicher Wohnungen ein, einschließlich größerer Grundrisse, barrierefreier Zugänge, sozialer Durchmischung und bezahlbarer Mieten. Zudem werde ich eine umfassende Bedarfsanalyse vornehmen, Prioritäten setzen und eine zeitliche Umsetzung sicherstellen, damit Wohnraum für Familien schnell verfügbar wird. Unter meiner Führung wird eine messbare Jahreszielgröße für bezahlbare 4 plus Zimmer-Wohnungen festgelegt, die von Fördermitteln, Fläche und Genehmigungen abhängt. Die konkrete Zahl ist noch zu bestimmen, wird aber regelmäßig überprüft. Um große Familien nicht aus Regensburg wegziehen zu müssen, setze ich auf Erbpachtmodelle kommunaler Bauflächen primär für Familien mit kleinem Einkommen und gezielte Nachverdichtung mit schneller Genehmigung.
Elterntaxis, fehlende Radwege, Stress im Straßenverkehr – ein Dauerthema. Nennen Sie drei konkrete Maßnahmen zur Verkehrssicherheit für Kinder, die Sie bis 2030 gerne umsetzen möchten. (z.B. Tempo 30 vor Schule X, Schulstraße an Straße Y, geschützter Radweg Z)
Wie viel Prozent des Verkehrsbudgets fließen in Rad- und Fußverkehr?
Wie schaffen Sie mehr Platz für Kinderwägen im ÖPNV?
Für eine wichtige Maßnahme halte ich, Tempo 30 vor Schulen und Kitas einzuführen. Auch soll dem Fuß- und Fahrradverkehr Vorrang eingeräumt werden. Zudem will ich den Ausbau geschützter Radwege mit sicheren Querungen und passenden Ampelphasen vorantreiben. Ich halte es für gut, wenn bis ca. 2030 ca. 12 Millionen Euro in den Rad- und Fußverkehr fließen; der genaue Anteil wird jährlich je nach Haushaltslage festgelegt. Das schaffe ich durch eine klare Zonenbeschilderung in einem reservierten Kinderwagenbereiche. Bei Zugängen will ich mein Augenmerk auf barrierefreien und familienfreundlichen Zugängen legen.
Was möchten Sie für unsere Schulen tun?
Welche Schulen haben aus Ihrer Sicht den dringendsten Sanierungsbedarf – und bis wann wollen Sie diese sanieren? Wie setzen Sie den Ausbau der Ganztagsbetreuung und den kommenden Rechtsanspruch bis 2029 um? Welche Maßnahmen planen Sie für sichere Schulwege, z. B. an der Kreuzschule?
Ich möchte betonen, dass ich hier sehr viel in Rollen gebracht habe und unermüdlich, insbesondere in Haushaltsreden, als Erster auf diese große Problematik hingewiesen habe und anfangs sogar Spott und Gelächter ertragen musst. Der notwendige Zeitraum für eine umfassende Sanierung muss realistisch ansetzende Bauphasen beinhalten, die sowohl die Bauzeiten als auch die Unterrichtsbelastung berücksichtigen. Ziel muss es sein, innerhalb eines verbindlichen Fahrplans die dringendsten Schulen zügig anzugehen, danach gesta;elt dieweiteren Objekte zu sanieren und parallel dazu eine dauerhafte Modernisierungso;ensive zu verfolgen, damit kein Standort dauerhaft in Defiziten zurückbleibt. Priorität haben diejenigen Schulen, deren Mängel akute Sicherheits- oder Gesundheitsrisiken darstellen, gefolgt von Gebäuden mit erheblichem Lern- und Bildungshemmnis durch unzureichende Infrastruktur.
Der Ausbau muss konsequent über alle Schulformen und über eine flächendeckende Bedarfserklärung hinweg vorangetrieben werden, damit Kinder und Jugendliche verlässlich betreut und Lernzeiten sinnvoll strukturiert werden können.
Welche Maßnahmen planen Sie für sichere Schulwege, z. B. an der Kreuzschule? Ich denke wir brauchen hier einen ganzheitlichen Ansatz, der die verschiedenen Verkehrsteilnehmer ernst nimmt. Zentral sollte dabei zunächst eine enge Abstimmung mit der Stadt Regensburg, der Polizei, dem Straßenverkehrsamt und der Schule sein, um individuelle Bedürfnisse zu erfassen und konkrete Maßnahmen abzuleiten. Vorstellbar wäre bauliche und verkehrsorganisatorische Maßnahmen. Auch die Einführung von Tempo 30 ähe, baulich getrennte Radwege und sichere Querungsstellen mit gut sichtbaren Zebrastreifen sowie ggf. eine großzügige, beleuchtete Fußwegsführung. An besonders problematischen Abschnitten wird geprüft, ob Vorfahrtsregelungen angepasst, Querungshilfen wie pausengerechte Ampelanlagen oder manuelle Schulwegsicherung durch geschulte Eltern- oder Schülerlotsen eingeführt werden können. Die Beleuchtung auf Wegen, die Schulwege auch nach Einbruch der Dunkelheit sicher passierbar machen, gehört ebenso zu den Prioritäten wie die regelmäßige Reinigung und Instandhaltung der Geh- und Radwege, um Stolperfallen zu vermeiden.
Darüber hinaus soll ein verlässliches, kommunales Schulwegkonzept etabliert werden, das regelmäßige Begehungen und Beobachtungen durch Schulwegchecks vorsieht. Dabei werden Gefährdungspotenziale systematisch erfasst, bewertet und zeitnah adressiert. Kooperationen mit lokalen Verkehrssicherheitsprogrammen, Fahrrad- und Fußgänger-Workshops für Schülerinnen und Schüler sowie Elternabende sollen das Sicherheitsbewusstsein erhöhen und Verhalten auf dem Weg zur Schule verbessern. Schließlich werden alternative sichere Transportmöglichkeiten gefördert, etwa begleitete Schulwege-Programme oder abgestimmte Bus- und Fahrradverbindungen, um gefährliche Streckenabschnitte zu umgehen und die Schulwege insgesamt sicherer zu gestalten.
Für Jugendliche gibt es nur wenige Angebote in Regensburg, um sich im öffentlichen Raum treffen zu können. Sie brauchen Plätze, ohne dass diese sofort nach Lärmbeschwerden geschlossen werden. Aktuell ist das Freizeitgelände beim JUZ Arena und der Bauspielplatz gefährdet.
Welche neuen Treffpunkte für Jugendliche planen Sie – und wo konkret?
Wie wollen Sie Konflikte zwischen Anwohner:innen und Jugendlichen moderieren?
Wie schützen Sie bestehende Jugend- und Freizeiteinrichtungen wie den Bauspielplatz dauerhaft?
Welche neuen Treffpunkte für Jugendliche planen Sie – und wo konkret? Regensburg braucht offene, jugendgerechte Begegnungs- und Freizeitkonzepte die wetterunabhängig und gut erreichbar sind. Mögliche Standorte könnten schon vorhandene Einrichtungen wie Sportstätten bieten. Auch möchte ich Gespräche mit kirchlichen Einrichtungen führen, die gegebenenfalls Pfarrheimräume zur Verfügung stellen könnten, bei denen die Stadt in zusätzliche Einrichtung investiert. Zur Konfliktprävention werden Rotationen und Ruhezeiten festgelegt.
Wie wollen Sie Konflikte zwischen Anwohner:innen und Jugendlichen moderieren? Für wichtig halte ich eine klare Festlegung von Nutzungszeiten, Rotationen, Ruhezeiten außerhalb lärmerzeugender Aktivitäten und die Einrichtung einer regelmäßigen Sprechstunde eines Moderationsteams in der die Jugendlichen, die Anwohnervertretung, Jugendhilfe, vertreten ist.
Wie schützen Sie bestehende Jugend- und Freizeiteinrichtungen wie den Bauspielplatz dauerhaft? Ich halte eine rechtliche Absicherung und eine verlässliche Finanzierung für das Wichtigste. Auch sollten Jugendliche, Anwohner, Vereine und Schulen regelmäßig eingebunden werden. Gut wäre, wenn man Patenschaften als Aufsichtsfunktion gewinnen könnte.
Die Kita-Kosten steigen jährlich. Wir als Träger von Kitas kämpfen mit den stetig steigenden Kosten. Welche Unterstützung ist geplant?
Hier kann ich mir im Zuge der immer mehr steigenden Betriebskosten eine Betriebskostenfinanzierung, sowie Zuschüsse für Fachkräfte und Gehaltssteigerungen vorstellen.
Familienarmut & soziale Unterstützung: Wie wollen Sie Kinder aus einkommensschwachen Familien besser unterstützen? Welche Maßnahmen planen Sie, um Teilhabe unabhängig vom Geldbeutel zu ermöglichen?
Für Andenkens wert halte ich es, wenn wir diese besser unterstützen und Stelle mir eine Kostenübernahmen für Verpflegung, Lernmaterialien, Ausflüge und Fahrkosten vor. Auch sollte eine frühe Sprach- und Lernförderung angeboten und gefördert werden.
Was möchten Sie den Familien in Regensburg noch sagen?
Familien in Regensburg stehen bei der CSB im Mittelpunkt. Wir wissen, dass die Familie die wichtigste und schützenwerteste Bindung ist, bei der sich jeder Einsatz lohnt. Deshalb setzen wir uns dafür ein, die Bedürfnisse ernst zu nehmen und chancengerechte Angebote zu ermöglichen — damit Kinder unabhängig vom Geldbeutel gut wachsen, lernen und teilhaben können. Nur wenn wir die Perspektiven und Sorgen ernst nehmen, können wir notwendige Maßnahmen aufbauen und verbessern.