Thomas Burger will Familien in Regensburg in den Mittelpunkt stellen. Er plant neue Quartiere mit familiengerechtem Wohnraum, sichere Schulwege, wetterunabhängige Jugend- und Familienzentren sowie kostenfreie Angebote für Sport, Kultur und Bildung. Sein Fokus liegt auf konkreten Projekten, die Kindern und Jugendlichen echte Mitgestaltung und Freiräume ermöglichen.
Deswegen möchte ich Regensburger Oberbürgermeister*in werden…
Thomas Burger: ... weil ich als gebürtiger Regensburger und Vater von drei Töchtern aus eigener Erfahrung weiß, was Familien in unserer Stadt bewegt und brauchen. Regensburg hat das Potenzial, Deutschlands glücklichste Stadt zu werden – eine Stadt, in der Kinder sicher aufwachsen, Eltern Familie und Beruf vereinbaren können und alle die gleichen Chancen haben. Als Physiker und langjähriger Experte für Elektromobilität bei einem Zulieferer der Automotive Industrie bringe ich die Fähigkeit mit, komplexe Herausforderungen pragmatisch anzupacken. Als Stadtrat und SPD Fraktionsvorsitzender habe ich bereits gezeigt, dass ich Verantwortung übernehme und mit klarem Kurs arbeite. Aber vor allem will ich Oberbürgermeister werden, weil ich überzeugt bin: Familien verdienen eine Stadt, die sie in den Mittelpunkt stellt – beim Wohnen, in der Bildung, bei der Mobilität und beim sozialen Miteinander.
Kinder und Jugendliche sind für mich ….
... unsere Zukunft und unser größter Schatz. Als Vater von drei Töchtern erlebe ich täglich, wie wichtig es ist, dass Kinder Räume haben, in denen sie sich frei entfalten können – sichere Wege zur Schule, Spielplätze zum Toben, Orte zum Entdecken und Menschen, die ihnen zuhören. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – sie haben eigene Bedürfnisse und verdienen eine Stadt, die aus ihrer Perspektive ge-dacht wird. Das bedeutet für mich: mehr verkehrsberuhigte Zonen, mehr grüne Begegnungsräume, bessere Betreuungsangebote und echte Mitsprache bei Themen, die sie betreffen. Jugendliche brauchen Vertrauen, Freiraum und Unterstützung – nicht Misstrauen und Verbote. Sie sollen in Regensburg Orte finden, an denen sie sein können, wie sie sind, und die Chance bekommen, ihre Stadt aktiv mitzugestalten.
Regensburg erhielt 2022 die Auszeichnung „kinderfreundliche Kommune". Wo bzw. was ist an Regensburg aus Ihrer Sicht besonders kinderfreundlich? Und wie wollen Sie dafür sorgen, dass die Stadt diesen Titel auch in Zukunft behält?
Regensburg hat viele Stärken: unsere lebendigen Stadtteile mit kurzen Wegen, ein breites Angebot an Kitas und Schulen, engagierte Familienzentren wie das REKiZ, das Johanniter-Familienzentrum Königswiesen oder das Café Klara im Mehrgenerationenhaus. Besonders stolz bin ich auf den neuen Sportpark Ost, der zeigt, was möglich ist, wenn wir in Familien investieren. Aber ich bin auch ehrlich: Der Titel „kinderfreundliche Kommune" ist kein Selbstläufer. Wir haben zu wenig bezahlbaren Wohnraum für Familien, noch zu wenig sichere Radwege, zu wenig Freiräume für Jugendliche und zu wenig wetterunabhängige Orte, an denen Familien sich ohne Konsumzwang treffen können.
Um den Titel zu sichern, werde ich: die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei Stadtentwicklung und Verkehrsplanung weiter systematisch ausbauen, die Empfehlungen des Aktionsplans „Kinderfreund-liche Kommune" konsequent umsetzen und jährlich überprüfen, ein Netzwerk aus Kitas, Schulen, Ju-gendeinrichtungen und Familienverbänden aufbauen, das uns regelmäßig Feedback gibt und bei jeder größeren städtischen Investition prüfen: Ist das gut für Familien und Kinder?
Was ist geplant, um die Lebens- und Freizeitqualität für Kinder und Familien weiter zu steigern? Führen Sie uns gerne durch drei verschiedene Viertel. Sagen Sie uns für jeden dieser drei Stadtteile was Sie gerne umsetzen möchten, wann soll die Umsetzung geschehen und was kostet es?
Südost-Kasernenviertel / Prinz-Leopold-Kaserne: Das Innovationsquartier auf der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne wird Regensburgs familienfreundlichstes neues Quartier. Hier entsteht grünes, soziales und innovatives Wohnen – mit kurzen Wegen zu Kitas, Schulen und Nahversorgung.
Konkrete Maßnahmen:
- Neue Grundschule im Südost-Kasernenviertel: Neubau für moderne Lernräume mit Ganztagsangebot – Start Planung 2026, Fertigstellung bis 2029, Kosten ca. 25-30 Mio. Euro
- Familienwohnungen für große Familien: Vergabe von Bauland an Genossenschaften und soziale Träger, die gezielt 4+-Zimmer- Wohnungen schaffen
- Grüne Begegnungsräume: Quartiersplätze mit Spielflächen, Trinkbrunnen und Sitzmöglichkeiten – bereits in Rahmenplanung integriert
- Verkehrssichere Wege: Tempo 30 im gesamten Quartier, geschützte Rad- und Fußweg
Zeitplan: Laufende Entwicklung 2025-2032
Großprüfening-Dechbetten-Königswiesen: Dieser Stadtteil ist zum Zuhause vieler junger Familien geworden – mit der urbanen Hochhaussiedlung Königswiesen-Nord und dem dörflichen Charakter Großprü-fenings. Das neue Jugend- und Familienzentrum an der Dr.-Gessler-Straße ist ein wichtiger Meilenstein.
Konkrete Maßnahmen:
- Jugendzentrum Königswiesen: Der Neubau in klimaverträglicher Holzbauweise mit 450 qm auf zwei Etagen wird 2025 fertiggestellt – ein sicherer Ort für Kinder und Jugendliche zum Musikmachen, Spielen und Begegnen. (Richtfest war im Juli 2024)
- Ausbau Familienzentrum: Das etablierte Johanniter- Familienzentrum Königswiesen weiter stärken mit zusätzlichen Angeboten für Eltern-Kind-Gruppen
- Verkehrssicherheit erhöhen: Geschützte Radwege entlang der Ziegetsdorfer Straße und Friedrich-Ebert-Straße, Tempo 30 vor Schulen und Kitas
- Spielplatz-Offensive: Modernisierung und Erweiterung der Spielplätze mit Beschattung und inklusiven Spielgeräten
Innenstadt / Altstadt: Die Altstadt ist Herzstück und Identifikationsort – aber sie muss familienfreundlicher werden.
Konkrete Maßnahmen:
- Mehr Aufenthaltsqualität: Kostenlose Sitzmöglichkeiten, Trinkwasserbrunnen, schattenspendende Bepflanzung auf Plätzen wie Alter Kornmarkt und St. Emmeramsplatz
- Öffentliche Toiletten und Wickelmöglichkeiten: Ausbau familienfreundlicher Infrastruktur in der Altstadt
- Spielplatz am Donauufer: Erweiterung und Modernisierung der Spielplätze
- Verkehrsberuhigung: Konsequente Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs, Ausweitung von Fußgängerzonen
- Café Klara im Mehrgenerationenhaus: Das Café Klara in der Ostengasse ist ein Leuchtturm – ein Ort ohne Konsumzwang mit Spielmöglichkeiten, Turnhalle und Wickelplatz. Ich werde das Mehrgenerationenhaus weiter stärken und ähnliche Konzepte in anderen Stadtteilen fördern.
Nur wenige gastronomische Angebote in Regensburg sind familienfreundlich. Es gibt kaum mehr Familiencafés mit Spielbereichen für Kinder, Räume ganz ohne Konsumzwang sind noch seltener und bei schlechtem Wetter bleibt wenig Angebot übrig.
Wenn Sie an einem Regentag mit Ihrem Kind in Regensburg unterwegs wären, wo würden Sie hingehen? Welche konkreten städtischen Anreize (z. B. Mietzuschüsse, Zwischennutzung, schnellere Genehmigungen) wollen Sie einführen, um solche Orte zu fördern?
Ehrlich gesagt: Als Vater kenne ich das Problem sehr gut. Bei Regen mit Kindern in Regensburg unter-wegs zu sein, ist eine Herausforderung. Meine erste Adresse ist das Café Klara im Mehrgenerationen-haus in der Ostengasse – ein wunderbarer Ort ohne Konsumzwang, mit Turnhalle, Spielflur und Tobe-raum. Aber mir ist bewusst: Das reicht bei Weitem nicht aus. Es fehlen Familiencafés mit Spielbereichen, Indoor-Spielplätze und Räume, wo sich Familien zwanglos treffen können.
Wie kann die Stadt bezahlbaren Wohnraum für Familien schaffen? Familien mit drei oder mehr Kindern finden kaum bezahlbare Wohnungen.
Wie viele familiengerechte Wohnungen (4+ Zimmer) sollen unter Ihrer Führung pro Jahr entstehen?
Was tun Sie, damit große Familien nicht aus Regensburg wegziehen müssen?
Wohnen ist ein Grundrecht – keine Frage des Geldbeutels. Als SPD setzen wir auf die Stadtbau als kommunale Daseinsvorsorge. Ich werde die Stadtbau finanziell besser ausstatten, damit sie mehr und schneller bauen kann.
Mein Plan:
- Stadtbau stärken: Höhere Investitionen, mehr Personal, schnellere Baugenehmigungen. Die Stadtbau muss wieder richtig Tempo machen.
- Baulandmodell weiterentwickeln: Wir schaffen und erhalten Sozialwohnungen und entwickeln das Re-gensburger Baulandmodell weiter für den Fall, dass staatliche Förderung ausfällt.
- Vergabe nach Konzept: Städtische Flächen wie in der Prinz- Leopold-Kaserne gehen an Genossen-schaften, Bauherrengemeinschaften und soziale Träger, die gezielt familiengerechte Wohnungen bauen.
- Spekulativen Leerstand bekämpfen: Wir dulden keine leerstehenden Wohnungen, während Familien verzweifelt suchen.
- Erbpacht statt Verkauf: Städtisches Bauland bleibt in öffentlicher Hand, damit wir langfristig Einfluss behalten
Familiengerechte Wohnungen (4+ Zimmer):
Ich kann keine konkrete Zahl pro Jahr versprechen, weil das von Förderung, Baurecht und Kapazitäten abhängt. Aber mein Ziel ist klar: Jedes neue Wohnprojekt der Stadtbau muss einen signifikanten Anteil an großen Wohnungen haben – mindestens 30-40 Prozent sollten für Familien mit Kindern geeignet sein.
Was ich konkret tue:
- Betriebliche Wohnungen fördern: Unternehmen, die Wohnungen für ihre Mitarbeiter bauen, bekommen günstige Erbpachtverträge auf städtischem Grund.
- Azubi-Wohnheim realisieren: Nach dem Vorbild des „AzubiWerk München" schaffen wir bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen in Ausbildung.
- Priorität für Familien: Bei der Vergabe von Sozialwohnungen erhalten große Familien Vorrang.
Elterntaxis, fehlende Radwege, Stress im Straßenverkehr – ein Dauerthema. Nennen Sie drei konkrete Maßnahmen zur Verkehrssicherheit für Kinder, die Sie bis 2030 gerne umsetzen möchten. (z.B. Tempo 30 vor Schule X, Schulstraße an Straße Y, geschützter Radweg Z)
Wie viel Prozent des Verkehrsbudgets fließen in Rad- und Fußverkehr?
Wie schaffen Sie mehr Platz für Kinderwägen im ÖPNV?
Elterntaxis, fehlende Radwege, Angst vor Unfällen – das muss aufhören. Als Vater weiß ich: Kinder müssen sich sicher und selbstständig in der Stadt bewegen können.
Drei konkrete Maßnahmen bis 2030:
- Tempo 30 flächendeckend vor allen Schulen und Kitas: Keine Ausnahmen mehr. Schulwege werden durch bauliche Maßnahmen entschleunigt (Aufpflasterungen, Zebrastreifen, Überwege). Beispiel: Kreuzschule, Von-Müller-Gymnasium, alle Grundschulen im Stadtgebiet
- Schulstraßen an besonders gefährlichen Zugängen: Zu Bring- und Abholzeiten werden Straßen vor Schulen für den Autoverkehr gesperrt – wie in Wien erfolgreich umgesetzt. Pilotprojekt: Kreuzschule, Gerhardinger-Grundschule
- Geschützte Radwege auf Hauptrouten: Ausbau des Radverkehrsnetzes mit baulich getrennten Rad-wegen entlang der Hauptradrouten – basierend auf dem Fahrrad-Stadtplan der Stadt. Beispiele: Fried-rich-Ebert-Straße (Königswiesen), Ziegetsdorfer Straße, Galgenbergstraße, Ausbau der Radlroute 5 (Sin-zing–Hauptbahnhof–Hohes Kreuz) als Vorbild für weitere Routen
Verkehrsbudget für Rad- und Fußverkehr:
Aktuell fließen zu wenig Mittel in den Rad- und Fußverkehr. Mein Ziel: Mindestens 25 Prozent des Verkehrsbudgets müssen in Rad- und Fußinfrastruktur investiert werden – entsprechend dem Modal Split, den wir erreichen wollen. Das bedeutet: Mehr Radwege, mehr Fußgängerzonen, mehr sichere Querungen.
Mehr Platz für Kinderwägen im ÖPNV: Neue Niederflur-Busse: Bei Neuanschaffungen setzen wir auf barrierefreie Fahrzeuge mit breiten Einstiegen und ausreichend Mehrzweckbereichen, Stufenfreie Haltestellen: Schrittweiser Ausbau von Haltestellen mit Hochborden, Bessere Beschilderung: Klare Markierungen für Kinderwagen- und Rollstuhlbereiche, Takt verdichten: Weniger Gedränge durch häufigere Verbindungen, besonders zu Stoßzeiten
Was möchten Sie für unsere Schulen tun?
Welche Schulen haben aus Ihrer Sicht den dringendsten Sanierungsbedarf – und bis wann wollen Sie diese sanieren? Wie setzen Sie den Ausbau der Ganztagsbetreuung und den kommenden Rechtsanspruch bis 2029 um? Welche Maßnahmen planen Sie für sichere Schulwege, z. B. an der Kreuzschule?
Bildung ist unser größter Posten im Investitionsprogramm – und das ist gut so. Aber wir müssen noch mehr tun.
Schulen mit dringlichstem Sanierungsbedarf:
- Städtische Berufsschule III: Sanierung bzw. Neubau – Planung bereits im Gange, Fertigstellung bis 2028
- Albert-Schweitzer-Realschule: Dringende Sanierung – Start 2026, Abschluss bis 2029
- Neue Grundschule Südost-Kasernenviertel: Neubau für wachsenden Stadtteil – Fertigstellung bis 2029
Darüber hinaus:
- Bestandsaufnahme aller Schulgebäude mit klarem Sanierungsfahrplan
- Moderne, technische Ausstattung, die sich an Bedarfen der Schulfamilien orientiert – einheitlich und verlässlich
Ganztagsbetreuung und Rechtsanspruch bis 2029:
Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder kommt schrittweise ab 2026. Regensburg muss vorbereitet sein.
Meine Maßnahmen:
- Bedarfserhebung 2025/2026: Wie viele Plätze brauchen wir wo?
- Ausbau von Räumen: Schulen bekommen Mensen, Aufenthaltsräume, Bewegungsflächen
- Qualifiziertes Personal: Kooperation mit Trägern der Jugendhilfe und Bildungseinrichtungen, um genug Betreuer:innen zu gewinnen
- Flexible Modelle: Nicht jede Schule braucht dieselbe Lösung – wir arbeiten mit Horten, offenen Ganz-tagsschulen und gebundenen Modellen
- Kommunikation mit Freistaat: Ich werde mich im Bayerischen Städtetag massiv dafür einsetzen, dass der Freistaat die Kommunen bei dieser Mammutaufgabe finanziell nicht allein lässt
Sichere Schulwege:
Siehe Verkehrssicherheit oben – zusätzlich:
- Schulwegpläne aktualisieren: In Zusammenarbeit mit Eltern, Schulen und Polizei sichere Routen definieren
- Schülerlotsen unterstützen: Mehr Wertschätzung und Ausstattung für ehrenamtliche Helfer:innen
- Elternhaltestellen: Dezentrale „Kiss-and-Ride"-Zonen, damit Elterntaxis nicht direkt vor der Schule parken
Für Jugendliche gibt es nur wenige Angebote in Regensburg, um sich im öffentlichen Raum treffen zu können. Sie brauchen Plätze, ohne dass diese sofort nach Lärmbeschwerden geschlossen werden. Aktuell ist das Freizeitgelände beim JUZ Arena und der Bauspielplatz gefährdet.
Welche neuen Treffpunkte für Jugendliche planen Sie – und wo konkret?
Wie wollen Sie Konflikte zwischen Anwohner:innen und Jugendlichen moderieren?
Wie schützen Sie bestehende Jugend- und Freizeiteinrichtungen wie den Bauspielplatz dauerhaft?
Jugendliche brauchen Orte, an denen sie willkommen sind – ohne ständige Lärmbeschwerde oder Platzverweis. Das Freizeitgelände beim JUZ Arena und der Bauspielplatz sind bedroht – das ist inakzeptabel.
Neue Treffpunkte für Jugendliche:
- Jugendpark Südost: Auf dem Gelände der Prinz-Leopold-Kaserne entsteht ein Jugendpark mit Skateanlage, Calisthenics-Park, Grillplätzen und Freiflächen zum Chillen
- Überdachte Minifußballplätze: Wetterunabhängige Sportflächen in Großprüfening, Burgweinting und Konradsiedlung
- Multifunktionale Plätze: Umgestaltung ungenutzter Flächen (z. B. Parkplätze, Brachflächen) zu Begeg-nungsräumen für Jugendliche – mit WLAN, Sitzgelegenheiten, Sportmöglichkeiten
- ugendgerechte Hallen: Halle 37 weiterentwickeln, weitere Standorte prüfen
Konfliktmoderation zwischen Anwohner:innen und Jugendlichen:
Konflikte entstehen oft aus Unwissenheit und fehlender Kommunikation. Ich setze auf Mediation statt Verbote:
- Runde Tische: Regelmäßige Gespräche zwischen Jugendlichen, Anwohner:innen, Jugendsozialarbeit und Stadt
- Lärmschutzgutachten: Realistische Einschätzung von Lärmbelastung, bevor Plätze geschlossen werden
- Beteiligung von Anfang an: Jugendliche und Anwohner:innen werden bei Planung neuer Plätze einbezogen
- Klare Regeln, aber Vertrauen: Nutzungszeiten und Hausordnungen gemeinsam entwickeln – aber Jugendliche nicht unter Generalverdacht stellen
Schutz bestehender Jugend- und Freizeiteinrichtungen:
Das Freizeitgelände beim JUZ Arena und der Bauspielplatz müssen erhalten bleiben – Punkt.
Meine Garantie:
- Dauerhafte Sicherung: Diese Einrichtungen werden nicht geschlossen. Ich werde mich persönlich dafür einsetzen.
- Investitionen in Lärmschutz: Wo nötig, werden bauliche Maßnahmen ergriffen (Lärmschutzwände, Bepflanzung), damit Nutzung und Anwohner:innen koexistieren können
Mehr Jugendsozialarbeit: Ausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen und in Stadtteilen – Prävention gegen Gewalt, Mobbing und psychische Probleme
Die Kita-Kosten steigen jährlich. Wir als Träger von Kitas kämpfen mit den stetig steigenden Kosten. Welche Unterstützung ist geplant?
Sie leisten mit Ihrer Arbeit als Träger von Kitas einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Stadt – und ich sehe Ihre finanziellen Herausforderungen sehr klar. Die steigenden Kosten bei Personal, Energie und Ausstattung sind real, und gleichzeitig ist die Finanzierung prekär.
Meine Position:
In erster Linie sehe ich hier den Freistaat Bayern in der Pflicht. Die bayerische Staatsregierung hat gerade das Kinderstartgeld gestrichen, um die Betriebskostenförderung zu stärken – aber das reicht bei Weitem nicht aus. Die Kommunen und freien Träger dürfen nicht allein gelassen werden mit einer Aufgabe, die gesellschaftlich so zentral ist.
Was ich als Oberbürgermeister tun werde:
- Klare Forderungen im Bayerischen Städtetag: Ich werde mich im Bayerischen Städtetag massiv dafür einsetzen, dass der Freistaat die Betriebskostenförderung deutlich erhöht und die Kommunen finanziell nicht im Regen stehen lässt.
- Verlässliche Planungssicherheit: Die Stadt Regensburg wird transparent kommunizieren, welche Mittel zur Verfügung stehen, damit Träger besser planen können.
- Bürokratieabbau: Antragsverfahren und Nachweise müssen vereinfacht werden – Sie sollen sich auf Ihre pädagogische Arbeit konzentrieren können, nicht auf Formulare.
- Dialog auf Augenhöhe: Regelmäßiger Austausch zwischen Stadt, freien Trägern und Elternverbänden – Ihre Expertise ist gefragt.
Aber ich muss ehrlich sein:
In Zeiten enger kommunaler Haushalte ist es schwierig, freiwillige Leistungen über das gesetzlich Vorgeschriebene hinaus zu finanzieren – diese werden vom Freistaat nicht genehmigt, wenn die Stadt im Haushaltssicherungskonzept ist. Deshalb ist mein klarer Auftrag: Wir brauchen eine grundlegende Reform der Kita-Finanzierung auf Landesebene. Die Kommunen und Träger können diese Aufgabe nicht schultern, ohne dass der Freistaat seiner Verantwortung gerecht wird.
Familienarmut & soziale Unterstützung: Wie wollen Sie Kinder aus einkommensschwachen Familien besser unterstützen? Welche Maßnahmen planen Sie, um Teilhabe unabhängig vom Geldbeutel zu ermöglichen?
Kein Kind darf zurückbleiben, weil die Eltern wenig Geld haben. Teilhabe ist ein Grundrecht – beim Sport, in der Kultur, bei Bildung und Freizeit.
Konkrete Maßnahmen:
Kostenfreie Teilhabe an Sport und Kultur:
- Ausbau des Regensburg-Passes mit kostenlosen oder stark vergünstigten Angeboten für Sportvereine, Musikschule, VHS, Theater und Museen
- Kooperation mit Sportvereinen: Vereinsbeiträge für Kinder aus einkommensschwachen Familien werden von der Stadt bezuschusst
Kostenfreies Schulessen: Schrittweise Einführung von kostenfreiem Mittagessen an Ganztagsschulen – beginnend mit Grund-schulen
Ferienangebote für alle: Ausreichend kostenfreie oder stark vergünstigte Ferienbetreuung und Ferienprogramme durch städtische und freie Träger
Lernförderung und Nachhilfe: Ausbau kostenloser Hausaufgabenbetreuung und Lernförderung an Schulen und in Stadtteilen
Ausbau der Schulsozialarbeit: Mehr Jugendsozialarbeiter:innen an allen Schulen – sie sind zentral für Prävention und Unterstützung
Programme wie „HASA" fördern: „Hauptsache Schulabschluss" ermöglicht Jugendlichen, ihren Abschluss nachzuholen – solche Pro-gramme müssen dauerhaft gesichert werden
Kostenfreie Verhütung für bedürftige Frauen: Fortführung und Ausbau dieses wichtigen Angebots
Bessere Erreichbarkeit sozialer Angebote: Ausbau der Familienstützpunkte, niedrigschwellige Beratung in allen Stadtteilen
Grundsatz: Niemand soll sich schämen müssen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wir brauchen eine Willkommenskultur für Familien in schwierigen Lagen – nicht Stigmatisierung, sondern Unterstützung.
Was möchten Sie den Familien in Regensburg noch sagen?
Liebe Familien, Sie sind das Herz dieser Stadt. Sie sorgen dafür, dass Regensburg lebendig, vielfältig und lebenswert ist. Aber ich weiß auch: Familienleben in Regensburg ist nicht immer einfach. Die Mieten sind hoch, Kita-Plätze und große Wohnungen sind knapp, Radwege fehlen, und manchmal haben Sie das Gefühl, dass Ihre Bedürfnisse in der Politik zu wenig Gehör finden. Das will ich ändern. Als gebürtiger Regensburger und Ihr hoffentlich zukünftiger Oberbürgermeister verspreche ich Ihnen: Ich werde Fami-lien in den Mittelpunkt meiner Politik stellen.
Ich werde nicht nur reden, sondern handeln:
- Mehr bezahlbare Wohnungen für große Familien
- Sichere Wege für Ihre Kinder – zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Bus
- Bessere Betreuung in Kitas und Schulen
- Räume, in denen sich Familien treffen und wohlfühlen können
- Unterstützung für alle, unabhängig vom Einkommen
Ich weiß, dass ich das nicht allein schaffe. Ich brauche Sie – Ihre Ideen, Ihr Engagement, Ihre ehrliche Rückmeldung. Nur gemeinsam können wir Regensburg zur glücklichsten Stadt Deutschlands machen. Lassen Sie uns das angehen – mit Mut, Pragmatismus und Zuversicht.