Familienpolitik

Horst Meierhofer (FDP): Familienfreundliche Stadtteile durch aktive Quartierspolitik

von Regensburger Eltern

Meierhofer setzt auf sanierte Schulen, bezahlbaren Wohnraum und mehr Mitbestimmung der Kinder in ihren Stadtteilen. Besonders am Herzen liegt ihm, städtische Angebote in die Viertel zu verlagern, damit Kinder, Jugendliche und Familien ihre Nachbarschaft mitgestalten können. Dabei will er pragmatische Lösungen für Verkehr, Freizeit und Bildung umsetzen.

Deswegen möchte ich Regensburger Oberbürgermeister*in werden…

Horst Meierhofer: … weil ich die Stadtpolitik sehr gut kenn und einige Ideen habe, wie wir unsere Stadt zukunftsfest machen können.

Kinder und Jugendliche sind für mich ….

…zentral für unsere Stadt, der Grund für das heutige Handeln; persönlich sind sie natürlich meine Familie.

Regensburg erhielt 2022 die Auszeichnung „kinderfreundliche Kommune". Wo bzw. was ist an Regensburg aus Ihrer Sicht besonders kinderfreundlich? Und wie wollen Sie dafür sorgen, dass die Stadt diesen Titel auch in Zukunft behält?

…die Stadt versucht über Spielplatzplanung, Freizeitgestaltung, Kinderbürgerfest, usw. viel zu tun. Wichtig für die Zukunft ist v.a. die Renovierung der Schulen und eine ausreichende Zahl von Betreuungseinrichtungen, bzw. die Unterstützung der Initiativen, die dafür unerlässlich sind. Der Bildungsbereich wird unser Schwerpunkt in der Stadtpolitik sein, wissend, dass wir dafür in anderen Bereichen weniger zur Verfügung haben werden.

Was ist geplant, um die Lebens- und Freizeitqualität für Kinder und Familien weiter zu steigern? Führen Sie uns gerne durch drei verschiedene Viertel. Sagen Sie uns für jeden dieser drei Stadtteile was Sie gerne umsetzen möchten, wann soll die Umsetzung geschehen und was kostet es?

Ich bin begeisterter Winzerer. Hier würde ich eine bessere Busverbindung schaffen, die Nürnberger Straße ist in einem erbärmlichen Zustand, der Bolzplatz könnte begradigt werden, damit man nicht immer bergauf oder bergab Fußball spielen muss. Ansonsten würde ich in den Stadtteilen die Kinder, Jugendlichen und Familien fragen, was sie möchten, wie sie aber auch selbst initiativ werden, so wie das z.B. bei Bauspielplätzen beispielhaft gelungen ist! Indem städtische Einrichtungen mehr in die Stadtteile verlagert werden, und nicht alle in der Altstadt angesiedelt sind, steigt auch die Identifikation mit „seinem“ Stadtteil. Das wiederum stärkt die Gemeinschaft.

Nur wenige gastronomische Angebote in Regensburg sind familienfreundlich. Es gibt kaum mehr Familiencafés mit Spielbereichen für Kinder, Räume ganz ohne Konsumzwang sind noch seltener und bei schlechtem Wetter bleibt wenig Angebot übrig.
Wenn Sie an einem Regentag mit Ihrem Kind in Regensburg unterwegs wären, wo würden Sie hingehen? Welche konkreten städtischen Anreize (z. B. Mietzuschüsse, Zwischennutzung, schnellere Genehmigungen) wollen Sie einführen, um solche Orte zu fördern?

Leerstände, wie z.B. der in Stadtamhof, wären dafür gut geeignet gewesen, ähnliche Flächen gibt es regelmäßig. Auch das M26 würde sich eignen, ebenso das Degginger und das Thon-Dittmer-Palais Ich würde in die Ostdeutsche Galerie, das Museum der bayerischen Geschichte, zu einer befreundeten Familie, oder diese einladen, oder trotzdem auf die Winzerer Höhen gehen.

Wie kann die Stadt bezahlbaren Wohnraum für Familien schaffen? Familien mit drei oder mehr Kindern finden kaum bezahlbare Wohnungen.
Wie viele familiengerechte Wohnungen (4+ Zimmer) sollen unter Ihrer Führung pro Jahr entstehen?
Was tun Sie, damit große Familien nicht aus Regensburg wegziehen müssen?

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir bezahlbare Mieten nur durch ein größeres Angebot an Wohnraum erreichen. Ich glaube nicht, dass wir gegen die Knappheit „ansubventionieren“ können. Denn die Reichsten können es sich leisten, die Ärmsten werden von der öffentlichen Hand oftmals unterstützt, aber die „Normalverdiener“, die ohne Zuschüsse auskommen müssen, ziehen regelmäßig in den Landkreis. Deshalb: Mehr bauen, einfacher bauen, dadurch schneller bauen, das hilft Familien (und allen anderen) am meisten!

Elterntaxis, fehlende Radwege, Stress im Straßenverkehr – ein Dauerthema. Nennen Sie drei konkrete Maßnahmen zur Verkehrssicherheit für Kinder, die Sie bis 2030 gerne umsetzen möchten. (z.B. Tempo 30 vor Schule X, Schulstraße an Straße Y, geschützter Radweg Z)
Wie viel Prozent des Verkehrsbudgets fließen in Rad- und Fußverkehr?
Wie schaffen Sie mehr Platz für Kinderwägen im ÖPNV?

Bajuwarenstrasse Tempo 30, aber grundsätzlich vor allen Schulen (nicht unbedingt Berufsschulen) Tempo 30, auch wenn der Radweg vor den Schulen baulich getrennt ist. Wir haben uns für die Stadtbahn eingesetzt und waren diesbezüglich sehr verärgert über das Vorgehen von CSU und FW. Jetzt heißt das ein besseres Bussystem, neue Routen (z.B. Ringsystem um die Innenstadt mit besserer Anbindung der Stadtteile); meine Familie lebt z.B. in Winzer, ÖPNV-mäßig ein Desaster! Ich bin aber so ehrlich darauf hinzuweisen, dass die Stadt aus meiner Sicht in den kommenden Jahren eher weniger wird ausgeben können, als mehr. Wir schlagen eine Schwerpunktsetzung für Schulen vor, beim Rest sehen wir leider wenig Spielräume für Mehrausgaben…

Was möchten Sie für unsere Schulen tun?
Welche Schulen haben aus Ihrer Sicht den dringendsten Sanierungsbedarf – und bis wann wollen Sie diese sanieren? Wie setzen Sie den Ausbau der Ganztagsbetreuung und den kommenden Rechtsanspruch bis 2029 um? Welche Maßnahmen planen Sie für sichere Schulwege, z. B. an der Kreuzschule?

Wie oben erwähnt: Die Schulsanierung und der nötige Neubau von Schulen soll der absolut Schwerpunkt der Ausgaben der kommenden Jahre sein. Wir setzen uns für mehr Quartiersparkgaragen für Anwohner ein. Wenn diese gebaut werden, können die Parkplätze neben der Fahrradwegen deutlich reduziert werden.

Für Jugendliche gibt es nur wenige Angebote in Regensburg, um sich im öffentlichen Raum treffen zu können. Sie brauchen Plätze, ohne dass diese sofort nach Lärmbeschwerden geschlossen werden. Aktuell ist das Freizeitgelände beim JUZ Arena und der Bauspielplatz gefährdet.
Welche neuen Treffpunkte für Jugendliche planen Sie – und wo konkret?
Wie wollen Sie Konflikte zwischen Anwohner:innen und Jugendlichen moderieren?
Wie schützen Sie bestehende Jugend- und Freizeiteinrichtungen wie den Bauspielplatz dauerhaft?

Da freue ich mich über Vorschläge der Jugendlichen! Aber ich möchte für die erwarteten Engpässe in unserem Haushalt keine unrealistischen Versprechen machen. Punktuell kann man sicher etwas tun, die vorhandenen Flächen sollten natürlich erhalten bzw. ersetzt bleiben/werden.

Die Kita-Kosten steigen jährlich. Wir als Träger von Kitas kämpfen mit den stetig steigenden Kosten. Welche Unterstützung ist geplant?

Die Regensburger Eltern sind ein sehr engagierter und lange Jahre verlässlicher Partner der Stadt, der sich immer an die Entscheider wenden kann. Das gilt selbstverständlich auch für mich!

Familienarmut & soziale Unterstützung: Wie wollen Sie Kinder aus einkommensschwachen Familien besser unterstützen? Welche Maßnahmen planen Sie, um Teilhabe unabhängig vom Geldbeutel zu ermöglichen?

Mein Eindruck ist, dass es viele Fördermöglichkeiten der Stadt, v.a. über die Stiftungen, gibt, die zu wenig bekannt sind. Wer Hilfe braucht soll diese bekommen. Aber ich finde, dass die Stadt Regensburg hier sehr engagiert ist, mindestens im Vergleich zu anderen Kommunen!

Was möchten Sie den Familien in Regensburg noch sagen?

Ich bin überzeugt, dass wir vielen Herausforderungen, vor denen Kinder und Jugendliche stehen, nur begegnen können, wenn wir sie aktiv in gesellschaftliche Prozesse und politische Entscheidungen einbeziehen. Dazu gehören aber auch verantwortungsvolle Eltern, die sich Ihrer Aufgabe bewusst sind. Ich möchte dazu auffordern in den Austausch zu gehen, Erfahrungen und Ideen auszutauschen und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. Ich stehe für eine verbindende Politik, die nicht, vor allem im Wahlkampf, viel verspricht und sich nach Übernahme von Verantwortung auf schwere Rahmenbedingungen zurückzieht.